In Ergänzung zu den Lehrplänen der Oberschule wird bereits ab Klassenstufe 5 eine neigungsorientierte Differenzierung in Form eines  berufskundlichen Profils eingeführt.

Die Heranwachsenden sollen aktiv Voraussetzungen erwerben, um den Zugang zum Beschäftigungssystem und zu weiterführenden Bildungsgängen erfolgreich zu bewältigen. Zu meistern ist das Spannungsverhältnis zwischen Facharbeit-Zukunftstechnologien-Europäischer Beschäftigungspolitik und zunehmenden Qualitätsansprüchen. Der Übergang Schule-Ausbildung-Beruf wird zielgereichtet vorbereitet. Dies geschieht im engen Zusammenwirken mit den Eltern und Unternehmen der Region. Dazu dienen auch die jährlichen Praktika

Die Europäische Mittelschule stellt sich außerdem die Aufgabe, Ansatzpunkte der Erziehung in Europa am Unterricht und in der Freizeitgestaltung bewusst zu suchen sowie Unterrichtsmodelle zu entwickeln. Basis dafür sind die unterschiedlichen Erfahrungen, die die Schüler mit Europa gemacht haben. Dazu zählen die Anknüpfung an Ferienerlebnisse, Manifeste, Konflikte bzw. Vorurteile mit oder über Immigranten bzw. deren Kinder im eigenen Land, Alltagserfahrungen der Schüler in den Familien, der Grundschule, bei Kultur- und Sportveranstaltungen. Didaktisch resultieren daraus Bildungs- und Erziehungsziele, die sich nur langfristig über einen ganzheitlichen Ansatz verwirklichen lassen. Ganzheitlichkeit meint hier die Einbindung der Gruppen und des Einzelnen in alle Lern- und Erfahrungsprozesse und zwar mit allen Sinnen.

Im Unterricht wird der Europa-Gedanke durch die schöpferische Arbeit der Lehrer umgesetzt. Bei der Planung und Durchführung des Unterrichts in allen Fächern müssen Ansätze ausgelotet und eingebracht werden, die den Europa-Gedanken berücksichtigen. Auch die altersspezifische fächerübergreifende Projektarbeit soll Wissen über das vereinte Europa und Fähigkeiten der zukünftigen Bürger in Europa herausbilden helfen.

 Grenzen werden vor allem durch das Erlernen von Fremdsprachen überwunden, denn das Erlernen der Sprache ist nicht nur der Schlüssel für die Verständigung untereinander, sondern der begriffliche Ausgangspunkt vielfältiger zwischenmenschlicher kultureller Kontakte.

Eine Schule mit Ganztagscharakter hat wirksame Potenzen zur besseren Förderung der Schülerinnen und Schüler. Mehr Zeit für Bildung und Erziehung bedeutet individuelle Förderung, vielfältige Freizeitgestaltung und bessere Rhythmisierung des Schulalltags. Durch ein umfassendes Angebot, das sich am jeweiligen Bedarf der Schüler und Eltern orientiert, werden „Spielräume“ ausgelotet, besondere Begabungen erkannt und gezielt leistungsschwächere Schüler gefördert. Dies geschieht innerhalb des planmäßigen Unterrichtes an unterrichtsfreien Tagen und in den Ferien. Entscheidend ist dabei die Zusammenarbeit der Lehrer mit den Eltern und anderen Professionen. Einzurichten ist eine Außenstelle der Jugendkunstschule, die sich zur Aufgabe stellt, Kinder und Jugendliche zu befähigen, sich mit Kunst, Musik und Literatur sowie kulturellen Wertvorstellungen auseinander zu setzen und damit ein Gegengewicht zu Auffassung zu schaffen, die das Leben als Ganzes der Genuss- und Erlebnisorientierung unterstellen. Der Erwerb kultureller Grundkompetenzen erfordert neben Nachhaltigkeit, Frühzeitigkeit und Mehrwahrnehmung auch Systematik, Kontinuität und Einblicke in verschiedene Erscheinungsformen. Darauf aufbauend sind die in der Region ansässigen Bildenden und Angewandten Künstler sowie Musiker für die Arbeit in der Jugendkunstschule zu begeistern.